beitrag_zell

Alpenjuwel mit Geschichte

Idyllisch, paradiesisch, wunderschön – so präsentiert sich Zell am See. Der Blick im Winter von der Schmittenhöhe über die verschneiten Hänge auf den See ist unbeschreiblich. Aber nicht nur für Gäste hat die Stadt viel zu bieten. Auch Einheimische können immer wieder Neues entdecken!
 Ein Artikel von Marion Flach

Zell am See gilt als einer der wichtigsten – und ausgelastetsten – Verkehrsknotenpunkte in der Region. Diese Bedeutung hatte die Stadt schon in ihrer Entstehungszeit: Der Raum um den Zeller See dürfte schon vor über 3.000 Jahren von den Ambisonten, einem keltischen Volksstamm, besiedelt worden sein. In der römischen Zeit sowie der Zeit der Völkerwanderung war Zell bereits Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege.

Wer nun über das heutige Verkehrsaufkommen schimpft, sollte sich bewusstmachen, dass gerade die verkehrsgünstige Lage vor hunderten Jahren dazu geführt hat, dass die Siedlung gegründet wurde: Zunächst als Wirtschaftszelle, die im Jahr 788/790 als „Cella in Besontio“ erstmals urkundlich erwähnt wurde.

gand-hotel

Foto: Michael Huber – www.huber-fotografie.at

Wissbegierig

Die Geschichte Zells war durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder bewegt. Gerade auch die Kriegsjahre des ersten und zweiten Weltkriegs haben Spuren hinterlassen. So bescherte beispielsweise die Besatzungszeit Zell am See den Status einer Universitätsstadt.

Das Grand Hotel, das heuer sein 120-jähriges Jubiläum feierte, wurde als Sitz der „Rainbow University“ genutzt. Amerikanische Besatzungssoldaten wurden hier für
Zivilberufe geschult. 1955 verkauften die Amerikaner dem Tiroler Skilehrer Franz Gramshammer das durch einen großen Brand marode gewordene Hotel um einen symbolischen Schilling. Er nutzte die Chance und
nahm das Grand Hotel wieder in Betrieb – mit Erfolg, wie wir heute sehen.

Investiert wird auf der Schmittenhöhe nach wie vor viel. Ab heuer gibt es eine neue 10-Personen-Umlaufkabinenbahn. Fotos: Schmittenhöhebahn AG

Investiert wird auf der Schmittenhöhe nach wie vor viel. Ab heuer gibt es eine neue 10-Personen-Umlaufkabinenbahn.
Fotos: Schmittenhöhebahn AG

Sportlich

Der Schibetrieb auf der Schmittenhöhe wurde schon sehr schnell nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Bereits 1946 wurde mit dem Bau des Skilifts auf der Breiteckalm begonnen, der im März 1947 in Betrieb genommen werden konnte. In den 1950er und 1960er Jahren war es gerade auch der Tourismus, der Österreich – und Zell am See im Besonderen – Aufschwung brachte. Obwohl mittlerweile auch der Sommertourismus stark zugenommen hat, schätzen Gäste aus der ganzen Welt sowie viele Einheimische das besondere Flair eines Winterurlaubs in Zell am See. Verschneite Berge, Lifte direkt aus der Stadt auf den Berg und der Blick auf den traumhaft gelegenen See – das lässt nicht nur die Herzen von Wintersportfreunden höherschlagen.

Fotos: Heimatgold - Haidinger GmBH

Fotos: Heimatgold – Haidinger GmBH

Flanieren und genießen

Das Stadtzentrum von Zell bietet sich auch zum Flanieren und Shoppen an. Neben Traditionsgeschäften gibt es immer wieder Neues zu entdecken. So eröffnete beispielsweise im Jahr 2014 das Geschäft „Heimatgold“ in der Bahnhofstraße, das sich auf Lebensmittel und Produkte mit Geschichte und Authentizität spezialisiert hat. Qualität und regionale Herkunft stehen bei allen Köstlichkeiten im Vordergrund. Wenn die Auswahl doch schwer fällt, stehen die Mitarbeiter mit fachkundiger Beratung zur Seite.

Fotos: Mirabell Plummer - Nina Uhl

Fotos: Mirabell Plummer – Nina Uhl

Auch modisch ist Zell am See immer am Puls der Zeit. Ein Indiz dafür sind beispielsweise die Kreationen von Mirabell Plummer – bald in direkter Nachbarschaft der Köstlichkeiten von „Heimatgold“. Alpiner Lifestyle trifft bei Tracy Hauenschild traditionelle Materialien, Althergebrachtes wird neu interpretiert.

Die Seele baumeln lassen

Geschichte, Sport, Bildung oder Einkaufserlebnisse sind aber noch bei Weitem nicht alles, was die Stadt zu bieten hat. Auch Entspannen funktioniert hier wunderbar.

Foto: fullmarketing.at GmbH

Foto: fullmarketing.at GmbH

Ein besonderer Geheimtipp dafür ist der Berggasthof Enzianhütte in Thumersbach. Auf 1.300 m Seehöhe hat man einen traumhaften Blick auf die Schmittenhöhe und die Hohen Tauern. Ein kühles Bier oder bodenständige Hausmannskost lassen auch kulinarisch keine Wünsche offen!

Fotos: Kupferkessel

Fotos: Kupferkessel

Gesellig

Wer es abends lieber gesellig mag, kommt am Kupferkessel nicht vorbei. Ursprünglich beheimatete dieses Restaurant eine Tankstelle samt Werkstatt. In den 1960er Jahren kam dann ein Tankstellenespresso dazu, in dem auch kleine Speisen angeboten wurden. Erika Kreml wollte dann ihre eigenen gastronomischen Ideen umsetzen und entschloss sich im Jahr 1979, das gesamte Haus umzubauen und zu einem Restaurant umzufunktionieren. Der Kupferkessel ist weit über die Grenzen Zells hinaus bekannt: Das Restaurant ist urig und gemütlich, das Essen (französisch und italienisch) schmeckt ausgezeichnet und man ist immer in toller Gesellschaft. Außerdem gibt es hier besonders lange warme Küche – auf jeden Fall einen Besuch wert!

Facettenreich

Zell am See ist vielseitig und bunt, lebt von Tradition und innovativen, kreativen Ideen. Dieser Streifzug durch Geschichte und Gegenwart der Stadt lässt noch viel Platz für neue Entdeckungen. DIE PINZGAUERIN freut sich auf jeden Fall darauf, sich auch weiterhin vom Alpenjuwel überraschen zu lassen.

Alle Beiträge aus Reportage & Wissen


Facebook Icon