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Eine neue Bürgermeisterin

Ein Artikel von Susanne Radke

Barbara Huber, Bürgermeisterin Stuhlfelden und Lend Foto: Susanne Radke

Barbara Huber,
Bürgermeisterin
Stuhlfelden und Lend
Foto: Susanne Radke

Die kürzlich geschlagenen Gemeinderats-Wahlen im Pinzgau haben es einmal mehr sehr anschaulich aufgezeigt: Die Politik ist männlich und ganz besonders, wenn es um das Amt des Gemeindechefs geht. Österreich ist generell kein Land der Bürgermeisterinnen, der Anteil liegt bei 8 %, womit man sich im EU-Vergleich (Durchschnitt rund 15 Prozent) nicht besonders rühmlich im letzten Drittel positioniert.

Mit Barbara Huber hat man nun in Bruck neben Stuhlfelden und Lend eine weitere Pinzgauer Bürgermeisterin gewählt, die im Wahlkampf damit warb, ein offenes Ohr und ehrliches Interesse für die Anliegen der gesamten Bevölkerung zu haben.

Doch die diplomierte Krankenpflegerin betonte zugleich, dass aus guten Ideen auch Taten werden müssen, was wiederum nur geht, wenn man die nötige Macht hat.

Und mit dem Ausüben von Macht tun sich Frauen einfach schwerer, auch wenn sie tatsächlich viel eher wissen, was berufstätige Mütter, was Jugendliche oder was zu Hause lebende ältere Menschen brauchen. Aber es fällt ihnen eben normalerweise nicht so leicht, die Ellenbogen zu gebrauchen, bei den unumgänglichen Machtspielen in der Politik mitzumachen und statt dem Herzen eher der kühlen Berechnung oder Parteistrategie zu folgen. Aber gerade deswegen brauchen wir sie.

Nach 100 Jahren Frauenwahlrecht schulden wir es den damaligen streitbaren „Emanzen“, endlich für uns und unsere Gemeinden einzustehen und uns zu trauen, die Gleichberechtigung einzufordern und zu leben. In einer Machtposition kann man es niemals allen Recht machen – aber man kann gute Pläne umsetzen. In diesem Sinn alles Gute unseren Pinzgauer Bürgermeisterinnen, die ihre Arbeit sicherlich mindestens ebenso gut machen (werden) wie ihre männlichen Kollegen…

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