Goldene Zeiten im Rauriser Tal

Goldene Zeiten im Rauriser Tal

Drei sehr unterschiedliche Wanderungen zwischen den Jahreszeiten am Fuße der Goldberggruppe im zauberhaften Talschluss von Kolm Saigurn.
 Ein Artikel von Christian Heugl

Schon wieder Juli? Wie die Zeit vergeht. Pünktlich zum Ende der Fußball EM 2016 rückt ein wichtiger Fixpunkt in den Pinzgauer Sommerkalender. Es ist immer Mittwoch. Alle sind da, fast jeder nimmt sich Zeit. Die Urlauber in der Region freuen sich über einen festlichen Ausflug in traditionelles Brauchtum und schmackhafte Kulinarik. Alle kennen es und viele schätzen es: das Sommernachts- oder “Mittwochsfest” in Zell am See.

Wenn die sommerliche Urlaubssaison auf ihren Höhepunkt zusteuert, warten in Zell am See jeden Mittwoch laue Sommernächte. Auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt, das Zeller Mittwochsfest findet bei jedem Wetter statt. Mal ist mehr los, mal weniger. An lauen Mittwoch Abenden verwandelt sich die Fußgängerzone von Zell am See in eine stimmungsvolle, durchaus auch mal laut-pulsierende Partymeile. Volkstümliche, heimische Musik trifft auf Pop, Jazz & Blues, bis hin zu exotischen Rhythmen. Aus aller Welt sind auch die Gäste. Beim Feiern gibt es keine Sprachbarrieren.

Nicht nur die Ohren, auch der Magen begibt sich auf eine aufregende Reise. Probieren Sie von den echten Pinzgauer “Bladln” und erkennen Sie, aus welchem Holz die Pinzgauer geschnitzt sind. Mit einem kühlen Seiterl eines Salzburger Bieres macht man sicher nichts falsch. Wenn Ihnen der Sinn nach edlen Tropfen heimischer Winzer steht, finden Sie zahlreiche Gelegenheiten diese zu genießen. Schmackhafte Cocktails, frisch zubereitete Bowle, exotische Longdrinks zaubern ein Extra an Exklusivität. Wenn Sie einen ganzen Ort in feierlicher Laune erleben wollen, gerne stimmungsvolle Rhythmen spüren und traditionelles Essen genießen, dann sehen wir uns am Mittwoch Abend in Zell am See!


N
och einmal präsentieren sich die Rauriser Bergwälder in den leuchtendsten Farben, bevor der Winter Einzug hält. In den höher gelegenen Regionen kann das schneller gehen, als den Wanderern lieb ist. Von einem Tag auf den anderen wird die Landschaft von einem fein gewebten, weißen Tuch überzogen. Meist verschwindet die frühe Schneedecke auch wieder, oder wird zumindest ziemlich löchrig, aber der kleine Wintereinbruch ist ein erstes Signal und die alpine Tierwelt

reagiert darauf. Es wird still in den Bergen. Die Pfiffe der Murmeltiere sind kaum mehr zu hören, die Tiere haben sich schon den Winterspeck angelegt, der ihnen das Überleben für das kommende halbe Jahr in den weit verzweigten Höhlen sichert. Der Herzschlag verringert sich von 200 auf 20 und die Atmung auf zwei Takte pro Minute. Manchmal tönt aus den Wäldern noch das tiefe Röhren der Hirsche, die da letzte territoriale Unklarheiten klarstellen, aber sonst überwiegt die Stille.

Ein Besuch im hintersten Raurisertal, das hier eigentlich schon Hüttwinkltal heißt, ist gerade um diese Zeit ein ganz besonders intensives Erlebnis. Die Goldberggruppe, die den Talschluss umrahmt, war noch im 15. Jahrhundert eines der ergiebigsten Bergbaugebiete der alten Welt. Für einige Wochen im Oktober breitet sich zumindest noch strahlendes Lärchengold am Fuß der oft schon schnee-bedeckten Berge aus. Der ideale Zeitpunkt für eine optische Schatzsuche. Passende Wege gibt es genug. Selbst wenn dann doch zu viel Schnee für eine ausgedehnte Herbstwanderung liegt, bietet etwa der ausgeschilderte Winterwanderweg (Schneeschuh-Trail) einen hochwertigen Ersatz. Ausgangspunkt der Wanderungen ist der große Parkplatz Bodenhaus am Beginn der Mautstraße nach Kolm Saigurn.

Wandern zwischen Bodenhaus und Kolm Saigurn

Zur Urquelle (Tour 1)
Vom Parkplatz beim Bodenhaus führt der angeschriebene Urquellweg linker Hand über die Rauriser Ache zum etwas höher gelegenen Naturschutzhaus Astenschmiede. Das behutsam umgestaltete Gebäude ist heute ein Stützpunkt der Österreichischen Naturschutzjugend. Die Schlackenhügel ganz in der Nähe verweisen auf die frühere Bestimmung zur Herstellung von Arbeitsgeräten für den Rauriser Bergbau. Der Weg quert den Sonnenhang und verläuft dann durch den steilen Bergwald hinauf zum Eingangsportal der Urquelle. In unzähligen Seitenbächen bahnt sich das Quellwasser über Moospölster den Weg Richtung Tal. Sieben verschiedene Moosarten finden hier ideale Lebensbedingungen vor. Weiter oben, auf der anderen Seite der Forststraße, befindet sich ein mystischer Waldsee, der je nach Wasserstand die Größe verändert. Der Rückweg von diesen zauberhaften Orten folgt dem Anstieg.

Ges. Gehzeit: 1 Std.
Länge: 1,5 km
Höhenmeter: 200 Hm
Charakter: Einfache, kurze Wanderung, die feste Schuhe verlangt.

Über den Knappenweg zur Filzenalm (Tour 2)
Auch der unkomplizierte Knappenweg beginnt beim Parkplatz Bodenhaus und führt hauptsächlich durch schönen Hochwald in eineinhalb Stunden auf den Parkplatz Lenzanger. Dort, am Ende der Mautstraße, zweigt am linken, östlichen Rand der Steig 31 in den phantastischen Rauriser Urwald ab. Vorbei an schwarzen Moorlacken und uralten Wetterzirben geht es hinauf zur Ebene rund um die Durchgangalm (1.745 m). Der breite Weg quert nach links zur Filzenalm und folgt nun einem vier Kilometer langen, weitgehend ebenen Verbindungsweg zur herrlich gelegenen Mitterastenalm (1.762 m). Dort beginnt der durchgehend steile Waldabstieg, der am Urquell vorbei, auf dem Parkplatz endet.      

Gehzeit: 5-6 Std.
Länge: 13 km
Höhenmeter: 750 Hm
Charakter: Einfache, landschaftlich beeindruckende Wanderung auf der östlichen Talseite für konditionsstarke Geher.

Rauriser Schneeschuhtrail (Tour 3)
Ab dem Parkplatz Bodenhaus der Mautstraße folgend bis zur Brücke, dort zweigt der Winterwanderweg (blaue Markierung) nach rechts ab und folgt der Hüttwinklache etwa 300 Meter. Linker Hand geht es über einen Steg zur Straße und dann beim Jagahäusl (Einstieg Knappen-wanderweg) durch den Wald zur Rastmulde. Die Route verläuft wieder nach links, quert die Straße und folgt nun dem alten Kolmweg zum „Schälplatz“. Am Trockenbach entlang führt der Anstieg zur Gersteben und durch den Hochwald zum Talschluss Kolm Saigurn. Zurück geht es über die Kolmstraße, entweder zu Fuß oder mit der Rodel, die es beim Gasthaus Ammerhof oder im Naturfreundehaus zu leihen gibt.

Gehzeit Anstieg: 3 Std.
Länge: 8 km (einfache Strecke)
Höhenmeter: 370 Hm (einfache Strecke)
Charakter: Markierter, meist ausgetretener Schneeschuhtrail im einsamen Hochwald vor Kolm Saigurn.

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