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Öffis müssen runter vom Abstellgleis

Die Umsetzung einer S-Bahn-Verbindung durch den Pinzgau lässt weiter auf sich warten. Der zuständige Landesrat stellt aber die Realisierung bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 in Aussicht.

Schon jahrelang wird das Projekt einer S-Bahn-Verbindung durch den Pinzgau von der Politik auf die lange Bank geschoben. Ferdinand Salzmann von den Saalfeldener Grünen, seit jeher Fürsprecher des Vorhabens, sieht in der Umsetzung die Basis für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr im Pinzgau. „Die S-Bahn ist deshalb so wichtig, da sie zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Region – mit darauf aufbauenden Buslinien – werden könnte.“ Doch es heißt weiter warten. Salzmann hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, da die S-Bahn durch den Bezirk im Arbeitsübereinkommen der Landesregierung verankert ist. „Man braucht eben einen langen Atem im peripheren Raum.“

Verkehrslandesrat Hans Mayr (Team Stronach) will jedenfalls am Ziel, den Betrieb mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 aufzunehmen, festhalten. Voraussetzung dafür sei zunächst der Bau einer Haltestelle in Schüttdorf. Allerdings ist die Frage nach der Finanzierung nach wie vor ungeklärt. „Ich mache derzeit gehörig Druck, dass das hinhaut“, verspricht Mayr.

Die von den Grünen ins Spiel gebrachten, vier neuen Haltestellen entlang der Strecke wird es in dieser Form allerdings nicht geben. Lediglich der Neubau in Schüttdorf gilt als gesichert. „Höchstens in Bruck beim Einkaufszentrum bzw. beim Kino könnte später noch eine weitere Station errichtet werden. Wir müssen schon auch rationalisieren, ansonsten verlängert sich die Fahrzeit, und die Attraktivität der Verbindung nimmt ab.“ Dies werde wahrscheinlich für wenig frequentierte Haltestellen das Ende bedeuten, etwa für jene in Eschenau, wie Mayr sagt. Kommt die S-Bahn tatsächlich, ist für den Anfang eine Verbindung zwischen Bruck und Saalfelden geplant, später möglicherweise von Schwarzach / St. Veit bis Leogang. „Da sind wir aber noch weit davon entfernt – das ist alles eine Kostenfrage.“

Eine S-Bahn-Verbindung mit vernünftigen Taktzeiten innerhalb des Pinzgaus wäre ein wichtiger Impuls für die Region, der nicht länger aufgeschoben werden darf. Jetzt gilt es, endlich die Weichen für einen attraktiveren, leistungsfähigeren öffentlichen Verkehr zu stellen. Mit preiswerten Jahreskarten für die gesamte Region könnten Pendler dazu motiviert werden, das Auto stehen zu lassen. Das mindert nicht nur den Verkehr auf der Straße, sondern schont zudem die Umwelt. Gleichzeitig profitieren auch junge Menschen ohne Führerschein von einer höheren Mobilität.

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