Was war los mit diesem Winter?

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Was war los mit diesem Winter?

Wer kennt es nicht, dieses wunderschöne Panoramafoto von Zell am See und den Hohen Tauern. Des Öfteren habe ich mir schon gedacht: “wunderschön gephotoshopt”. Die Schneegrenze so exakt, wie mit dem Lineal gezogen. Darüber tiefster Winter, darunter macht sich der Frühsommer breit. Herrlich.
Ein Artikel von Stephan Obenaus

Falsch gedacht. Vielleicht doch kein Photoshop. Haben Sie in letzter Zeit mal diese Aussicht genossen? Aktuell sieht es im Pinzgau ganz ähnlich aus. Und die Natur lässt sich nicht photoshopen. Eigentlich gefällt mir dieses Bild sehr gut. Es steht für die Einzigartigkeit dieser Region und die vielen Möglichkeiten, die man bei uns zeitgleich hat. Im Tal macht sich – durch Aprilwetter und Eisheilige unterbrochen – der Frühsommer breit. Auf den Bergen sorgten gerade eben das Aprilwetter und die Eisheiligen für winterliche Bedingungen. Aber es ist Mai. Warum Jetzt?
Wo bitteschön war der Winter, als wir ihn uns alle gewünscht haben. Als im Dezember und über Weihnachten hunderte Touristiker tagelang suchend und hoffend zum Himmel blickten, die Ruhe nur durch das stete Surren der Schneekanonen unterbrochen, die tagelang durchliefen.
Was ist hier los? Die Hohen Tauern waren über weite Strecken des Winters nicht so tief verschneit wie Anfang Mai. Lange nach Ostern präsentierten sich die Gletscherskigebiete noch mit derart guten Pisten- und Off-Piste-Bedingungen, wie zeitweise im Hochwinter nicht. Woher kommt diese Verschiebung der Niederschläge, die uns zum Winterstart und über Weihnachten großes Kopfzerbrechen beschert hat und uns jetzt mit Schnee segnet, den wir – Vorsicht Blasphemie – gar nicht mehr brauchen. Es sieht ganz so aus, als müssten wir uns in unserer schönen Wintersportregion mit tiefgreifenden Veränderungen in Klima und Wetter auseinandersetzen. Andere werden jetzt sagen: “Geh, das hat’s doch immer gegeben”. Auch sie haben recht. Schwankungen waren immer da, aber wohl kaum in diesem Ausmaß. Und, das ist meiner Einschätzung nach der schwerwiegendste Faktor, nicht immer hing so viel dran an den Wetter- und Schneebedingungen. Investitionen in Milliardenhöhe wollen amortisiert, Gehälter bezahlt und Betten gefüllt werden. Ganze Branchen sind vom weißen Gold abhängig.

Also, was tun? Das ist eine gute Frage. Vielleicht darauf reagieren. Mit Weitsicht, intelligenten Entscheidungen und zukunftsweisenden Strategien. Betrachten wir den Pinzgau, dann reden wir von einer der vielfältigsten, facettenreichsten und innovativsten Tourismusregionen des Landes. Wo, wenn nicht im Pinzgau, lassen sich die – nebenbei bemerkt – immer besser werdenden Sommer-angebote und Sommerprodukte weiter verbessern und sich somit die Abhängigkeit vom Winter reduzieren. Einem Winter, der wie die Saison 2015/2016 deutlich gezeigt hat, immer schwerer vorhersehbar wird. Dann schnallen wir uns die Skier halt auch nach Ostern noch an, dafür zeigen wir unseren Gästen zu Weihnachten die schönsten Spätherbst- und Winterwanderungen im SalzburgerLand. Alles eine Frage der Sichtweise.

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