Zurück zum Herd!

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Zurück zum Herd!

Dry Aged Beef, Jakobsmuscheln oder Trüffelpasta versus Kaiserschmarrn, Gröstl und Kasnocken. Was in den Küchen auf den Teller kommt, ist äußerst unterschiedlich. Aber eines haben alle (Hobby-) Köche gemeinsam: Sie folgen einem Trend.

Im Oktober 2013 sorgte die Studie „Wie tickt der Mann?“ vom Allensbacher Institut für Demoskopie in Deutschland für hitzige Diskussionen. Denn: Das Aufbrechen der klassischen Rollenverteilung scheint auf immer weniger Akzeptanz zu stoßen. Laut Studie sagten 2013 bereits 64 Prozent der deutschen Männer, dass es mit der Gleichberechtigung reiche. Bedeutet „Zurück zum Herd!“ nun im Umkehrschluss „Zurück zur alten Rollenverteilung!“?

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Küchenspaß für alle

In der Küche kann man – entgegen der Studienergebnisse – zunehmend eine gelebte Gleichberechtigung beobachten. Egal ob Mann oder Frau, jung oder alt: Kochen liegt absolut im Trend und bedeutet Lifestyle und Leidenschaft. Dies wird nicht zuletzt auch durch die Medien vermittelt: Diverse Kochshows oder TV-Sendungen wie „Das perfekte Dinner“ haben bereits Kultstatus erreicht. Neue, exotische Gerichte kennenzulernen und andere dabei zu beobachten, wie die Zubereitung vielleicht anders geht, macht Spaß und hat – en passant – einen großen Lerneffekt.

Eine Zeit lang duellierten sich Freizeitköche auch zu Hause. Möglichst komplizierte und ausgefallene Gerichte standen im Fokus. Internetplattformen und Kochbücher werden zu Rate gezogen, die Einkaufslisten sind kompliziert und lang. Das Ergebnis: Die Einfachheit der Küche und der Kühlschrankverwertung wird zur hohen Kunst.

Zurück zu den Wurzeln!

Komplizierte Gerichte, für die ein Einkauf im Gourmetgeschäft notwendig ist, munden zwar sehr, machen oft aber den Kühlschrank nicht leer. Resterlverwertung ist für viele unbekanntes Terrain. Klar: Diese Art des spontanen Kochens, bei der der Kühlschrank aufgemacht wird und verschiedenste Produkte bunt gemischt verwertet werden, setzt einiges an Kreativität voraus. Zusätzlich sollte man schon ein bisschen Küchenerfahrung haben. Aber: Basics lernen Sie schnell! Auch Thomas Schwab von der Speisenmeisterei im Lohninghof in Thumersbach ist bekennender Resterlverwerter: „Ich möchte eine neue Art der Küche vorleben. Dabei ist es mir enorm wichtig, alles zur Verwendung zu bringen und weiterzugeben, wie einfach man zu neuen Geschmackserlebnissen kommt.“

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Genuss mit gutem Gewissen

Mit der Verwertung von Resten und Übriggebliebenem können Sie der Lebensmittelverschwendung ganz aktiv entgegenwirken. Auch der Einkauf und die richtige Lagerung tragen zu einem schonenderen Umgang mit unseren Ressourcen bei. Regionale Produkte sparen nicht nur Verkehrswege von der Produktion bis zum Einkauf, sondern sind aufgrund der kürzeren Lieferwege und der damit verbundenen längeren Reifungsmöglichkeiten oder der schnelleren Verwertung etwa bei Fleisch intensiver im Geschmack.

Wer wenig Zeit für den Einkauf hat, kann sich auch mit verschiedensten Lebensmittel-Kisterln aus der Region helfen. Die Angebote sind vielseitig. Die Gemüsekiste beispielsweise wird einmal wöchentlich geliefert. 50 verschiedene Gemüsesorten werden je nach Reifung geliefert, im Winter gibt es einmal im Monat Lagergemüse. Beigelegt sind jeweils auch Rezepte, die Kochspaß garantieren und den Umgang mit eventuell unbekannten Produkten leicht machen. Auch die Speisenmeisterei in Thumersbach bietet solche „Kisterl“ an, die allerdings abgeholt werden müssen. Eingepackt werden beispielsweise Saucen, Fleisch und Fisch. Selbstverständlich aus der Region! Überrascht wird man auch hier jedes Mal aufs Neue: Nicht die Nachfrage bestimmt das Angebot. Vielmehr kommen die Produkte ins Kisterl, die gerade aus der Region geliefert werden können. Das heißt beispielsweise, dass nicht nur Steaks zu haben sind, sondern alle Teile des Rinds verwertet – und damit auch verkauft – werden.

In einem kleinen Apfel…

„…da sieht es lustig aus. Es sind darin fünf Stübchen, grad wie in einem Haus“, heißt es in einem berühmten Kinderlied. Obwohl der Apfel nicht gerade als exotische Frucht zu sehen ist und er damit oft nicht ganz so hoch im Kurs zu stehen scheint, wird gerade anhand eines banalen Apfels deutlich, wie vielseitig einfache, heimische Produkte sind. Ob Apfelsaft, Apfelstrudel, Apfelkren oder als Beigabe zu Fleischgerichten – der Apfel in all seinen geschmacklichen Ausprägungen ist ein wahrer Allrounder. Gerade der Bramberger Obst- und Gartenbauverein zusammen mit Tauriska kümmert sich vorbildlich um den Erhalt alter Sorten und die Weitergabe von Wissen rund um die Verarbeitung des Obstes.

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Tradition versus Innovation?

Obwohl Küche und Kochen oftmals als „konservativ“ bewertet werden, werden alte Techniken, Methoden und traditionelle Sichtweisen nun vermehrt innovativ verpackt und so an ein begeistertes (junges) Publikum weitergegeben. Innovative Rezepte mit traditionellen Produkten aus der Region treffen den Zeitgeist. Ob Frau oder Mann, selber kochen wird mit Bewusstsein für die eigene Gesundheit und die natürlichen Ressourcen verbunden. Und vor allem: Es macht richtig Spaß!

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